Psycholyse Was ist Psycholyse? Was ist psycholytische Psychotherapie? Was ist psychedelische Psychotherapie? Psycholytische Therapie ist ein Psychotherapieverfahren, welches sich zur Behandlung von Störungen und Problemen dem Einsatz von chemischen Substanzen bedient. Man nutzt die tiefenwirkende und seelenlösende Eigenschaften von bestimmten Substanzen um an vergessene oder verdrängte Bewusstseinsinhalte heran zu kommen um diese therapeutisch behandelbar zu machen. Die Psycholyse als Psychotherapieverfahren ist an und für sich nicht verboten. Verboten sind (momentan) gewisse Substanzen, welche sich jedoch nach Ansicht von verschiedenen Therapeutinnen und Therapeuten besser eignen würden als die legalen Substanzen. In der Schweiz sind für die psycholytische Arbeit momentan die Medikamente “Ephedrin” und “Ketamin” zugelassen. Für die Psycholyse eigenen sich jedoch vor allem die die sakralen Substanzen oder Zauberdrogen Südamerikas, welche schon seit Jahrhunderten und Jahrtausenden von Ureinwohnern für tiefe Seinserfahrungen benutzt wurden. Dazu gehören, Meskalin (Peyote Kaktus), Psylocibin, DMT, Ololiqui und die wertvollsten Substanzen für die Psycholyse sind wohl MDMA (Ecstasy) und das LSD. Speziell das LSD wurde zwar erst im Jahre 1938 erfunden und am 19. April 1943 erst wirklich durch Albert Hofmann entdeckt, es gehört aber seinem Aufbau, der chemischen Struktur nach und seiner Wirkung nach zu den sakralen Drogen. LSD wird mutmasslich in den nächsten Jahren den Status eines Medikaments erlangen können. Es gibt verschiedene internationale Bestrebungen, die darauf hinauslaufen und auch die dazu durchgeführten Studien verlaufen gut. Was tut man in einer psycholytischen Sitzung? Ich bringe hier nur laienhafte Zusammenhänge dar. Wer sich tiefer für dieses Thema interessiert sollte folgende Bücher lesen: “In’s Herz der Dinge lauschen” von Samuel Widmer “Das Abenteuer der Selbstentdeckung” von Stanislav Grof “LSD-Psychotherapie” auch von Stanislav Grof “Eintritt in heilende Bewusstseinszustände” von Claudia Möckel-Graber (Link) Diese Bücher scheinen mir für die vertiefte Beschäftigung mit der Psycholyse am besten geeignet zu sein. Auch hier findet man Informationen zur Psycholyse (Wikipedia Link) Was also tut man in der bzw. wie funktioniert die Psycholyse? Die psycholytische Therapie besteht grob gesehen aus zwei Teilen: 1. Die psycholytische Erfahrung 2. Die psychotherapeutische Behandlung und Integration des Aufgetauchten psychologischen Materials der Person während der psycholytischen Sitzung in einer Gesprächs-Psychotherapie. (Andere Therapieformen, die geeignet sind, können auch zur Anwendung kommen.) In einer psycholytischen Therapiesitzung begibt man sich in einer Einzel- aber meist einer Gruppensitzung in einem sinnlichen meditativen Zustand unter der Wirkung der Substanz oder Substanzen. Es ist quasi, wie wenn man einmal einen Tag intensiv über sich selbst nachsinniert, bzw. die Gedanken wie Wolken in seinem Geist auftauchen und wieder verschwinden lässt. In diesem Falle nimmt man einfach Substanzen um die Qualität der intrapsychischen Wahrnehmung (positiv) zu verändern, zu erweitern und zu vertiefen. Durch die tiefenpsychologische Wirkung der Substanzen verändert sich die Qualität der inneren (und äusseren) Wahrnehmung. Das bei vollem Bewusstsein freigesetzte, erlebte und aufgetauchte intrapsychische Material bzw. die Erinnerungen werden dann nach der psycholytischen Sitzung mit Substanzunterstützung, in einer ganz normalen Gesprächstherapie (nüchtern) bearbeitet. An dieser Stelle eignet es sich gut anzumerken, dass ein “Ausschalten des Bewusstseins” des Patienten oder ähnliche Dinge, wie es von Gegnern der Psycholyse immer wieder gerne behauptet wird, nicht stattfindet. Jede Person, die so etwas über die Psychloyse sagt, offenbart ihr eigenes groteskes Unwissen über diesen Erfahrungs- und Erkenntnisprozess. Im Gegenteil ist sich die Patientin / der Patient immer voll bewusst, was gerade geschieht. Nur so kann diese Therapieform funktionieren. Man ist sich während dem Prozess immer voll bewusst, was gerade geschieht und man kann sich an das Erlebte erinnern. Diese Erinnerung nimmt man mit und bearbeitet diese dann später nüchtern in einer Therapiesitzung ohne Substanzunterstützung. Vielen Personen hilft auch das Verfassen eines Sitzungsprotokolls um das Erlebte zu Papier zu bringen. Das Buch “Das Abenteuer der Selbstentdeckung” von Stanislav Grof enthält im hinteren Teil viele Angaben darüber, wie Menschen die psycholytische Erfahrung erlebt haben. Wer das liest, wird schnell merken, dass die in der Psycholyse gemachten Erfahrungen dermassen aussergewöhnlich sind, dass es immer Menschen geben wird, welche solche Erlebnisse suchen und, dass z.B. das LSD keine Substanz ist, die untergehen wird. Auch wird der aufmerksame Mensch vielleicht herausfinden, dass durch die Erfahrungen in Eleusis (Elefsina), sich die ganze griechische Entwicklung der Philosophie durch das Trinken des Kykeon auf Erfahrungen eines Mutterkornderivats zurückführen lassen, dessen Wirkstoff mutmasslich das dem LSD äusserst nahe verwandte LSE (Lysergsäure-Ethylamid) sein dürfte. Die ganze Philosophiegeschichte Griechenlands, über die wir uns positiv wundern und darüber staunen, ist mutmasslich auf psycholytische und psychedelische Erfahrungen und Einweihungsriten in Eleusis zurückzuführen. Wann bietet sich eine psycholytische Therapie an? Ein klassisches Beispiel ist vielleicht ein frühkindliches Schicksal wie z.B. ein sexueller Missbrauch durch den eigenen Vater, der durch die betroffene Person in einem solchen Masse verdrängt wird, dass eine Erinnerung daran (momentan) nicht möglich ist. Dennoch und trotzdem äussert sich diese (unbewusste) Problematik in Beziehungen und der Sexualität wie z.B. in Promiskuität, häufigen Beziehungsabbrüchen, oberflächlichen Beziehungen usw. . Psycholytische und psychedelische Sitzungen können verdrängtes und vergessenes Material bzw. Erinnerungen wieder in das Bewusstsein bringen, welches den betroffenen Personen erlaubt, die Zusammenhänge ihrer eigenen Problematik zu verstehen, ja diese überhaupt primär zu erschliessen, und sie in einen Bezug zum eigenen Leben zu bringen. Was in “normalen” Therapien mit herkömmlichen Therapieformen sonst mühsam in jahrelangen Therapieseitzungen herausgearbeitet werden muss und selbst dann teilweise erfolglos ist, kann auf psycholytischem Weg in vertiefter Art und in verkürzter Zeit erreicht werden. Das psycholytische Verfahren stellt also eine Verkürzung, Intensivierung, Vertiefung und Beschleunigung eines herkömmlichen Therapieverfahrens dar. (Man lese dazu z.B. den Artikel “Mit LSD gegen den Vergewaltiger” aus meiner Artikelsammlung.) (Link) Nebenbei hat die Therapie mit LSD auch andere angenehme Nebeneffekte. So kann z.B. in psycholytischen und psychedelischen Sitzungen eine Vernetzung der Dinge der Welt erfahren werden, welche in einem allumfassenden Einheitserlebnis gipfeln können. (Erleuchtung) Solche Erlebnisse gehen weit über das alltägliche Verständnis der Existenz hinaus und erfüllen einen mit Hoffnung, Kraft und Glückseligkeit für das weitere Leben und darüber hinaus für die eigene Existenz und sie stärken das Selbstbewusstsein nachhaltig.) Was ist der Unterschied zwischen psycholytischer und psychedelischer Therapie? Als Ober- oder Sammelbegriff bezeichnet man die substanzunterstützte Therapie als psycholytische Therapie oder wie bereits oben gesagt als Psycholyse. Speziell in der LSD-Psychotherapie oder substanzunterstützten Therapie bezeichnet man Sitzungen mit mittleren Dosen als “psycholytisch” und Sitzungen mit sehr hohen Dosierungen als “psychedelische” Sitzungen. Der Unterschied besteht im Grunde in den zwei Psychotherapieverfahren. Während man bei der psycholytischen Psychotherapie einige Sitzungen mit mittlerer Dosierung macht, setzt die psychedelische Psychotherapie auf eine (oder sehr wenige) Sitzung(en) mit sehr hoher oder Maximaldosis. In der so differenzierten psycholytischen Therapie kann sich also eine Egoauflösung ereignen, wenn die Person intrapsychisch offen und bereit dafür ist. In der psychedelischen Therapie wird dieses Erlebnis durch die hohe Dosis künstlich induziert zu erreichen versucht. Die psychedelische Therapieform ist sehr wirksam bei Alkoholabusus und Narkotikasucht. Es wird von Erfolgen berichtet, in denen starke Alkoholiker nach nur einer Sitzung, natürlich in einen psychotherapeutischen Prozess integriert und professionell begleitet, dauerhaft abstinent sind, fast unglaublich also! Wer sich tiefer für die LSD-Psychotherapie interessiert, dem empfehle ich an dieser Stelle nochmals die Bücher: LSD-Psychotherapie” von Stanislav Grof, ISBN-13: 9783608940176 und “Topografie des Unbewussten”, LSD als Hilfsmittel in der tiefenpsychologischen Forschung, auch von Stan Grof, ISBN-13: 9783608952322 , zu lesen. Das sind zwar ältere Bücher, die man sich ggf. über ein Antiquariat besorgen muss, aber ich habe nichts Vergleichbares, Konzentriertes und Umfassendes über die Thematik gelesen. Im Übrigen auch gut für Nichtuser! Nach dem Lesen dieser Bücher, - , ein interessantes Stück Allgemeinbildung, - , ist die Welt nicht und nie mehr wie zuvor! Hier noch ein paar Links zu interessantem Filmmaterial und Links über die Psycholyse: Psycholyse; Erklärung der SÄPT (Link) *** Psycholyse - Psycholytic Therapy Youtube-Link *** Interview mit Dr. Rüdiger Dahlke zur Psycholyse Youtube-Link *** Der verbotene Weg Youtube-Link *** Die Eleusinischen Mysterien - Albert Hofmann Youtube-Link *** Natürliche und pharmakologische Wege zu erweiterten Bewusstseinszuständen Youtube-Link *** Peter Gasser hat seit lange die einzige legale Studie in der Schweiz mit LSD durchgeführt. Auf seiner Homepage informiert er über die Psycholyse und bietet selbst ein paar interessante Links an. Link zu Peter Gasser *** Keine Macht den Drogen? von Samuel Widmer Youtube-Link